Infothek

05.08.2019

Arme Kinder werden zunehmend abgehängt

Es gibt in Deutschland auch eine soziale Spaltung der Gesellschaft – und die macht selbst vor Kindern nicht halt. Denn Kinder armer Familien werden zunehmend abgehängt, stellen die Autoren einer Studie fest.


DAVIDKNOX / freeimages

Arme Familien können sich das Hobby, den Kinobesuch oder selbst das gelegentliche Eis für ihre Kinder immer seltener leisten. Wie aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbands hervorgeht, werden arme Kinder in Deutschland zunehmend ausgegrenzt. So habe bei den Familien der Konsum über einen Zeitraum von zehn Jahren zwar durchschnittlich moderat und beim obersten Zehntel sogar spürbar zugenommen. Arme Familien hingegen hätten aber real weniger Geld zur Verfügung gehabt, um ihren Kindern Freizeitaktivitäten zu finanzieren. „Arme Kinder werden ärmer und immer weiter abgehängt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider.

Während laut Studie die durchschnittlichen Ausgaben für ein Kind bei rund 600 Euro pro Monat lagen, konnten die ärmsten zehn Prozent der Paarhaushalte mit einem Kind nur 364 Euro für ihr Kind zusammenkratzen. Die reichsten zehn Prozent der Familien gaben hingegen für ihr Kind im Schnitt 1.200 Euro im Monat aus. Besonders eklatant seien die Unterschiede bei den Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung und Kultur. Dafür hatten die ärmsten Paarhaushalte mit einem Kind gerade einmal 44 Euro pro Monat zur Verfügung, was preisbereinigt fast 30 Prozent weniger war als zehn Jahre zuvor. Bei der durchschnittlichen Familie waren es 123 Euro, bei den reichsten 257 Euro. Mit eingerechnet wurden dabei den Angaben nach auch Sachleistungen, Gutscheine und Rabatte.

Wie bereits aus Zahlen der Arbeitsagentur bekanntgeworden ist, sind von Armut insbesondere Kinder mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft betroffen. Während in Deutschland die Zahl der Kinder, die von Hartz-IV-Leistungen leben, im vergangenen Jahr zurückgegangen ist, stieg die Zahl bei ausländischen Kindern um über 4 Prozent auf 646.704.

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Quelle: MIGAZIN, www.migazin.de


Kategorie: Infothek, Deutschland, Kinder und Jugendliche InfothekDeutschlandKinder und Jugendliche