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13.06.2017

Förderprojekte der Integrationsbeauftragten

2017 setzt die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration ihre erstmals 2016 begonnene Förderung einzelner Projekte mit Flüchtlingsbezug fort. Der Schwerpunkt liegt auch dieses Jahr auf Ehrenamtsprojekten und der Förderung geflüchteter Frauen und besonders schutzbedürftiger Personen.


Foto: Bundesregierung/Denzel

Der Haushalt der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration umfasste bis zum Jahr 2015 Personal- und Sachausgaben in Höhe von rund fünf Millionen Euro. Auch mit diesen vergleichsweise geringen Mitteln wurden bereits Engagierte in der Flüchtlingsarbeit gefördert. In den Haushaltsjahren 2016 und 2017 stehen zusätzliche Mittel von jeweils rund 20 Millionen Euro bereit. Mit diesen Mitteln werden Projekte mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, mit dem Malteser Hilfsdienst, mit Migrantendachorganisationen und Moscheegemeinden gefördert.

Vielseitig und kreativ

Ob in Flüchtlingseinrichtungen, Theaterprojekten oder auch in so mancher Fahrradwerkstatt – überall in unserem Land engagieren sich Menschen ehrenamtlich. Viele das erste Mal in ihrem Leben und ohne weitere Vorkenntnis oder Erfahrung in ihrer neuen Aufgabe.

Ehrenamt braucht begleitende Hilfe

Es ist wichtig, dass sie von kompetenten Personen begleitet und beraten werden können und von Informationsmaterial, Schulungen und Fortbildungen profitieren. Einige Ehrenamtliche stoßen auch an ihre physischen oder psychischen Grenzen. Darum werden in den Projekten der Integrationsbeauftragen auch Hilfen bei möglicher Überforderung, ebenso wie Supervision angeboten, damit Engagement und Hilfe nicht in Frustration enden.

Sport als Integrationsmotor

Zudem kooperiert die Beauftragte mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und den Landessportbünden, der DFB-Stiftung Egidius Braun, der Deutschen Kinder und Jugendstiftung und der Bundesliga-Stiftung: Ob Amateurverein oder Bundesliga, ob Fußball, Judo, Leichtathletik oder Rollstuhl-Basketball – Flüchtlinge können im Verein mitmachen, Kontakte knüpfen und neben dem Sport auch niedrigschwellige Bildungsangebote wahrnehmen.

Besonders schutzbedürftige Flüchtlinge

Ein dritter Förderschwerpunkt ist die Hilfe für geflüchtete Frauen und weiterer besonders schutzbedürftige Gruppen. Etwa ein Drittel der in den letzten Jahren zu uns geflüchteten Menschen sind Frauen. Viele haben die gefährliche Flucht gemeinsam mit ihren Kindern angetreten und einige Frauen sind auf der Flucht Opfer von Gewalt – auch sexualisierter Gewalt – geworden. Frauen und Mädchen sind aber auch nach überstandener Flucht bei einer Unterbringung in Notaufnahme-, Erstaufnahmeeinrichtungen oder Gemeinschaftsunterkünften besonders schutzbedürftig. Neben der Etablierung von institutionellen Gewaltschutzkonzepten kommt es deshalb von Anfang an darauf an, geflüchtete Frauen möglichst niedrigschwellig über vorhandene Beratungs- und Unterstützungsangebote zu informieren und sie in der Wahrnehmung ihrer eigenen Rechte zu sensibilisieren und nachhaltig zu stärken. Vor allem, da Frauen oftmals eine Schlüsselfunktion für die Integrationsperspektive ihrer Familien haben und damit wichtige Adressatinnen integrationspolitischer Maßnahmen sind.

In diesem Jahr werden die Erfolge und Erfahrungen aus den einzelnen Projekten zusammengetragen werden, um daraus mehrjährige und nachhaltige Projektstrukturen aufbauen zu können.

 

Quelle: Die Beauftrage der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, www.integrationsbeauftragte.de


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