Infothek

03.07.2017

Mehr als zehn Millionen Ausländer in Deutschland

Mit mehr als zehn Millionen Ausländern verzeichnet das Ausländerzentralregister einen Höchstwert seit seiner Einführung im Jahr 1967. Größten Einfluss hieran hat die Einwanderung im Zuge der Füchtlingsbewegungen.


Die Zahl der Ausländer in Deutschland ist deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren zum Jahresende 2016 im Ausländerzentralregister gut zehn Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit erfasst. Das sei die höchste jemals in Deutschland registrierte Zahl seit der Einführung des Ausländerzentralregisters im Jahr 1967, wie das Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. In den Jahren 2015 und 2016 habe die Zahl der Ausländer im Land um etwa ein Viertel (1,886 Millionen Menschen) zugenommen.

Den größten Einfluss hatte die sogenannte Nettoeinwanderung. Das heißt, dass deutlich mehr Ausländer nach Deutschland kamen als wegzogen. Im Jahr 2015 lag das Plus bei 1,535 Millionen, im vergangenen Jahr bei 482.300 Menschen. Weiterer Grund für die Entwicklung: In den vergangenen zwei Jahren starben im Verhältnis zu den Geburten deutlich weniger Ausländer in Deutschland. Der Geburtenüberschuss lag bei 98.700. Seit Anfang 2015 wurden aber auch 229.800 Menschen infolge einer Einbürgerung aus dem Ausländerzentralregister gelöscht.

Ausländische Bevölkerung jünger

Die ausländische Bevölkerung in Deutschland war 2016 durchschnittlich 37 Jahre und 7 Monate alt und hielt sich seit 15 Jahren und 5 Monaten in Deutschland auf. Zwei Jahre zuvor hatten die Vergleichswerte mit 39 Jahren und 11 Monaten beziehungsweise 17 Jahren und 7 Monaten noch deutlich höher gelegen.

Die Einwanderung der letzten beiden Jahre hat sich auch auf andere demografische Eigenschaften ausgewirkt: Der Anteil der Männer an der ausländischen Bevölkerung ist seit Anfang 2015 von 51,5 Prozent auf 54,1 Prozent gestiegen, der Anteil der Ledigen (einschließlich Kinder) von 40,4 Prozent auf 42,8 Prozent. Umgekehrt hat der Anteil der Verheirateten von 45,4 Prozent auf 42,7 Prozent abgenommen, der Anteil der in Deutschland geborenen Ausländer von 15,1 Prozent auf 12,9 Prozent.

Türkisch ist häufigste ausländische Staatsangehörigkeit

Die regionale Verteilung blieb dagegen weitgehend unverändert. Wie in den letzten 10 Jahren lebten auch 2016 die meisten Ausländer in Nordrhein-Westfalen (2,513 Millionen) und die wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern (69 000) und Thüringen (91 300). Lediglich auf den Plätzen zwei und drei gab es nach 2013 einen Wechsel: Nunmehr liegt Bayern vor Baden-Württemberg.

Die einzelnen Herkunftsländer haben auf regionaler Ebene eine unterschiedliche Bedeutung. Türkisch ist im früheren Bundesgebiet (einschließlich Berlin) mit 15,6 Prozent der Fälle die häufigste ausländische Staatsangehörigkeit im Ausländerzentralregister. Für die Neuen Länder nehmen Syrien, Polen und die Russische Föderation die ersten Plätze ein. Die Türkei liegt hier mit 2,4 Prozent aller Fälle nur auf Platz 10. Türkisch ist 2016 in 184 der insgesamt 400 Kreise die häufigste ausländische Staatsangehörigkeit, gefolgt von syrisch in 90 Kreisen und polnisch in 64 Kreisen. (epd/mig)

 

Quelle: MIGAZIN, www.migazin.de


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