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16.03.2018

Mode und Migration: Ein verbindender Schmelztiegel der Kulturen

Mode ist ein Kommunikationsmittel. Kleidung sagt mehr über Zeitgeschehen und Politik aus als mancher glaubt. Sie ist zudem Ausdruck kultureller Akzeptanz und Zeichen für Bewusstseinswandel, wie wir derzeit erleben.


Mode ist längst ein Bindeglied und ein Sammelbecken der Kulturen in Deutschland geworden. Während die Interkulturalität in der Musik oder beim Essen sich in die Gesellschaft längst etabliert hat, wird Kleidung und Mode immer noch skeptisch beäugt. Ob das daran liegt, dass Mode in Deutschland als kulturelles Phänomen kaum anerkannt ist, sei dahingestellt.

Fakt ist, dass Kleidung mehr über Zeitgeschehen und Politik aussagt als mancher glaubt. Die gesellschaftlichen Verhältnisse und Probleme spiegeln sich in der Mode wieder, sie wird ein künstlerisches und politisches Sprachrohr. Besonders in den Großstädten finden sich diverse Kulturen und Stile wieder, die sich dort herausgebildet haben und wieder neue Trends ins Leben rufen.

Wie prägen Migranten neue Modestile?

Mode ist in Deutschland eher ein vernachlässigtes Thema. Praktisch und sinnvoll müssen Klamotten sein, ohne etwas ausdrücken zu wollen und teilweise auch ohne ästhetische Gesichtspunkte. Doch spaziert man durch eine Großstadt wie Berlin wird schnell deutlich, dass Mode Im Kern mehr ist als eine praktische Körperbedeckung. Mode verrät vieles über den Träger und transportiert Botschaften.

In Bezirken wie Neukölln, in welchem man Baggy-Jeans, Base Caps und modische Dad Sneaker bestaunen kann, zeigt sich deutlich wie junge Migranten den Hipster-Trend an andere Jugendliche weitergegeben haben. Mit dem salonfähigen Streetstyle ist kaum noch zu unterscheiden, ob es sich um einen Jugendlichen mit Migrationshintergrund handelt oder ein “echter”, eingefleischter Hipster diese Kleidung trägt. In Zeiten der raschen Gentrifizierung in den Großstädten, ist das kein Wunder. Das bedeutet auch, dass es zunehmend schwerer wird festzustellen, wo ein Modetrend seinen eigentlichen Ursprung genommen hat.

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Quelle: MIGAZIN, www.migazin.de


Kategorie: Infothek, Kultur, Soziales InfothekKulturSoziales