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20.10.2017

Sinti und Roma stehen oft unter Generalverdacht

Racial Profiling, rassistische Zuschreibungen und "Warnungen" vor "Zigeunern": Die Polizei greift in ihrer Arbeit häufig auf antiziganistische Bilder zurück. Das zeigt sich in internen Dokumenten, Pressemitteilungen und Polizeikontrollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertise, die der Politikwissenschaftler Markus End im Auftrag des "Zentralrats Deutscher Sinti und Roma" erstellt hat.


Arno Bachert / pixelio

Negative Einstellungen gegenüber Sinti und Roma sind in Deutschland weit verbreitet. Das haben Studien wiederholt gezeigt. So gaben in der "Mitte"-Studie der Universität Leipzig von 2016 rund 60 Prozent der Befragten an, sie hätten Probleme damit, wenn Angehörige der Minderheiten in ihrer Nähe wohnen würden. Ebenso viele waren der Auffassung, dass Sinti und Roma zu Kriminalität neigten.

Der Politikwissenschaftler Markus End hat in einer Expertise untersucht, inwiefern diese Stereotype auch bei der Polizei zu finden sind. Dafür hat er Berichte und Pressemitteilungen der Polizei sowie von Sinti- und Roma-Verbänden gesichtet. Seine Ergebnisse sind nicht repräsentativ, liefern jedoch Hinweise darauf, welche Missstände es gibt.

Die Expertise wurde bei einer gemeinsamen Veranstaltung des "Zentralrats Deutscher Sinti und Roma" und der "Antidiskriminierungsstelle des Bundes" in Berlin vorgestellt. Dabei betonte der Autor Markus End: Die Polizei stelle oft einen Zusammenhang zwischen Kriminalität und der Gruppe der Sinti und Roma her. Das zeige sich in polizeiinternen Dokumenten wie Akten oder Datenbanken, in Pressemitteilungen sowie in der tatsächlichen Ermittlungsarbeit.

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Quelle: Mediendienst Integration, http://mediendienst-integration.de


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