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18.05.2017

Podiumsdiskussion zum Thema Zuwanderung und Integration im Ruhrgebiet

Gestern (17.5.) hat Oberbürgermeister Thomas Kufen bei einer Veranstaltung der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP) im Essener Ruhrturm teilgenommen. Nach seinem Impulsreferat zum Thema "Schmelztiegel Ruhrgebiet? Über das Zusammenleben der Kulturen im Revier" nahm das Stadtoberhaupt an der anschließenden Podiumsdiskussion teil.


Oberbürgermeister Thomas Kufen / Bild: Ralf Schultheiss

Zu den weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern zählten unter anderem Lamya Kaddor, Islamwissenschaftlerin und Publizistin, Mehrdad Mostofizadeh, Mitglied des Landtags und Fraktionsvorsitzender der Partei DIE GRÜNEN im Landtag NRW und Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-AG und Moderator des InitiativkreisRuhr.

In seinem Impulsreferat erklärte Oberbürgermeister Kufen, dass die Geschichte Essens und der Region entscheidend durch Migration und Zuwanderung geprägt wurde und auch immer noch wird. Anders als heute setzte die in der Vergangenheit angewendete Anwerbepolitik nicht auf Integration, sondern auf Rückführung und Assimilation: "Konkret hieß das, dass Sprach- oder gar Integrationskurse in keiner Weise vorgesehen waren", so Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Einwanderer aus Italien, Spanien, der Türkei und anderen Ländern in der neuen Heimat Ruhrgebiet unter sich bleiben."

Aus den gesammelten Erfahrungen wird heute das Thema Zuwanderung anders behandelt: "Statt „Schmelztiegel“ sprechen wir heute von interkulturellem Zusammenleben und Dialog, von Willkommens- und Anerkennungskultur und von Vielfalt als Chance. Dahinter steckt der Gedanke, dass sich jeder Mensch integrieren kann, ohne dabei seine eigene Kultur hinter sich lassen zu müssen", erklärte das Stadtoberhaupt.

Dieser "wertschätzende Umgang" mit Vielfalt und Integration hat in Essen und in der Ruhrregion einen hohen Stellenwert. Als Beispiel kann hier die im Jahr 2006 gestartete Initiative "Charta der Vielfalt" genannt werden, die maßgeblich von Unternehmen in der Ruhrregion mit gegründet worden ist und von der Stadt Essen unterstützt wird. "Insbesondere für das Zusammenleben in den Städten gilt es, rechtzeitig die Weichen für eine berufliche und soziale Integration zu stellen", erläutert Thomas Kufen im weiteren Verlauf seines Vortrags. Die hohe Anzahl an Menschen, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, macht dieses Vorhaben noch dringender.

 

Quelle: Stadt Essen, www.essen.de


Kategorie: Essen, Politik, Soziales EssenPolitikSoziales