Verbund-News

25.04.2017

Erklärung der Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität anlässlich der geplanten Demonstration der NPD am 1. Mai in Essen

Die Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität sieht in der in unserer Stadt geplanten Demonstration der NPD am 1. Mai eine bewusste Provokation gegenüber einer freien und offenen Gesellschaft und insbesondere gegenüber den Gewerkschaften, die diesen Tag als „Tag der Arbeit“ begehen. Wir, die Partner der Allianz, weisen diese Provokation entschieden zurück.


Alleine die Anmeldung der Demonstration durch die NPD am Tag der Arbeit zielt darauf ab, die schlimmste geschichtliche Epoche unsere Gesellschaft, die Zeit des Nationalsozialismus, zu relativieren. Wir erinnern daran, dass bereits am Tag darauf, am 2. Mai 1933, mit der Zerschlagung der freien Gewerkschaften ein weiterer Grundstein zur Sicherung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gelegt wurde. Dieser Schritt diente allein dem Ziel, jede demokratische Opposition im nationalsozialistischen Deutschland zu unterbinden.

Freie Meinungsäußerungen und die kritische Auseinandersetzung mit den politischen Entscheidungen der neuen Machthaber wurden fortan mit Verhaftungen und Inhaftierungen geahndet. Tausende von Menschen verschwanden in Gefängnissen und Lagern, viele von ihnen wurden ermordet. Diese schreckliche Zeit endete erst am 8. Mai 1945 mit der Befreiung durch die Alliierten. Die Resultate dieser Schreckensherrschaft sind uns allen heute hinlänglich bekannt.

Seit über 100 Jahren sind das Ruhrgebiet und Essen ein Schmelztiegel verschiedenster Nationalitäten. Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen leben seither friedlich in Vielfalt und Eintracht gemeinsam in unserer Stadt. Ein von gegenseitigem Respekt getragenes Zusammenleben zu bewahren und weiter zu entwickeln, ist das Grundanliegen der Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität.

Die Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität ruft die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Essen deshalb dazu auf, am 1. Mai 2017 nicht wegzuschauen oder gleichgültig zu bleiben, sondern ein klares Zeichen gegen die NPD zu setzen – und für eine Stadt der Vielfalt und der Achtung der Würde eines jeden Menschen. Ein solches Zeichen kann z.B. die Beteiligung an der Kundgebung, die der Deutsche Gewerkschaftsbund am 1. Mai auf dem Burgplatz veranstaltet, aber auch die Teilnahme am traditionsreichen Internationalen Kulturfest, das am selben Tag auf den Gelände der Zeche Carl in Altenessen stattfindet, oder an der Gegendemonstration des Bündnisses „Essen stellt sich“ sein. So werden Superintendentin Marion Greve und DGB-Regionsgeschäftsführer Dieter Hillebrand an der geplanten Kundgebung am Meybuschhof in Essen-Katernberg teilnehmen. Treffpunkt ist um 12 Uhr die die Kirche vor dem Katernberger Markt, wo die Glocken für ein Friedensgebet läuten.

Die Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität ruft die Bürgerinnen und Bürger außerdem dazu auf, sich an der Landtagswahl am 14. Mai 2017 und an der kommenden Bundestagswahl im September aktiv zu beteiligen und wählen zu gehen. Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen nicht über die Zukunft unserer Gesellschaft bestimmen.

Essen, 25. April 2017

 

Quelle: Essener Allianz für Weltoffenheit und Solidarität, www.essener-allianz-fuer-weltoffenheit.de


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