Verbund-News

05.10.2021

Pendeln zwischen zwei Welten – Hier und heute in Deutschland


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Jahr feiern wir das 60-jährige Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland.

Millionen Menschen haben in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Tausende Kilometer weit entfernt von ihrem Zuhause, haben sie sich eine neue Zukunft aufgebaut.

Es waren meist Menschen aus einfachen Verhältnissen, ohne große Schulbildung, aber kräftig, gesund und motiviert. Bereit, die erste Schicht direkt am nächsten Tag nach Ankunft anzutreten, ohne einen Sprachkurs, ohne einen Integrationskurs.

Ehefrauen und Ehemänner ziehen nach, Kinder werden geboren und eingeschult, Ausbildung, Studium und Beruf, Hochzeit, Enkelkinder, Rente. Ein Leben im Schnelldurchlauf.

Ähnliche – ja wahrscheinlich identische – Lebensgeschichten haben sich in Italien, Spanien, Griechenland, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien ereignet - denjenigen Ländern, die ebenfalls ein Anwerbeabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet haben.

Der 30. Oktober 1961 – der Tag an dem das Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland unterzeichnet wurde – ist auch der Beginn einer Erfolgsgeschichte auf mehreren Ebenen. „Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen“ schrieb Max Frisch.

Die deutsch-türkische Migration ruft Karrieren als Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker hervor. Migrantinnen und Migranten haben das Leben in Deutschland bereichert, haben zum Aufbau des Wohlstandes beigetragen und tun es immer noch. Tatsächlich sind sie zu einem festen Bestandteil unserer vielfältigen Gesellschaft und unserer Marktwirtschaft geworden.

Liebe Leserinnen und Leser,

In diesem Jahr würdigen wir die Lebensleistung unserer Mütter und Väter der ersten Generation, die durch ihren unglaublichen Einsatz, den Weg für die nachkommenden Generationen geebnet haben.

Ein Großteil der Migrantenorganisationen, Moscheen, Eltern-, Kultur- und Sportvereine sind auf ihre Initiative hin gegründet worden. Noch heute bilden diese Einrichtungen das Fundament des bürgerschaftlichen Engagements von Migrantinnen und Migranten in unseren Städten, in NRW, in Deutschland und allen anderen Teilen der Welt.
Ihr Verdienst lässt sich wahrlich nicht in Worte fassen.

Für uns ist dieser Einsatz ein Ansporn, wenn es darum geht, Teilhabe in allen Lebenslagen zu ermöglichen, Bildungschancen zu steigern, jede und jeden in seinen eigenen Fähigkeiten zu stärken zu fördern und mitzunehmen; niemand soll abgehängt werden!

Nun liegt es an uns, Meilensteine zu setzen, Zukunft zu ermöglichen.

Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe!
Ich freue mich, Sie im November 2021 wieder zu begrüßen.

Glückauf!

Ihr Muhammet Balaban
Vorsitzender des Essener Verbundes der Immigrantenvereine e.V.


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