Damit Vertrauen wachsen kann: Netzwerk MSO Essen-West stärkt Zusammenarbeit und Teilhabe
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Mit einer interessanten Tagesordnung lud das „Netzwerk Migrant*innenselbstorganisationen (MSO) im Stadtbezirk Essen-West“ am 15. Juni 2026 zu einem Treffen in die Stadtteilbibliothek Frohnhausen ein. Vertreter*innen von Vereinen, aus Schulen, Verbänden und Stadtverwaltung beschäftigten sich bei ihrem Austausch mit Fragen von Identität und Organisationsentwicklung der Vereine, aber auch ganz praktisch mit Kooperationsmöglichkeiten in den Stadtteilen.
Ein Schwerpunkt des Treffens lag auf der Frage, in welchen Anerkennungsverhältnissen sich MSOs und andere Institutionen „zwischen Markt und Staat“ bewegen. Fatma Bilgi von der Universität Duisburg-Essen präsentierte dabei Ergebnisse aus dem laufenden Forschungsprojekt „BIKuMiG“ (Bildungsinitiativen für den Erhalt und Transfer von Kulturkapital in der Migrationsgesellschaft). Aus Befragungen in migrantischen Vereinen und von kommunalen Integrationsmanager*innen im Ruhrgebiet und in Bremen kann demnach abgeleitet werden, wie wichtig aktiver Vertrauensaufbau zwischen staatlichen Bildungseinrichtungen, Verwaltung, etablierter Wohlfahrtspflege und zivilgesellschaftlichen Akteuren aus den migrantischen Organisationen ist. Auch schwierige Themen und Vorbehalte sollten, so eine Schlussfolgerung der Teilnehmenden, offen miteinander kommuniziert werden, „damit Vertrauen wachsen kann“.
Weitere Themen des Netzwerk-Treffens waren der gerade aufgelegte „Vertrauensfonds“, über den ein Essener Sponsor vor allem migrantische Initiativen fördern möchte, und das Stadtteilfest „Fun in Frohnhausen“, das in diesem Jahr noch stärker von MSOs mitgetragen werden soll.
Das „Netzwerk MSO im Stadtbezirk Essen-West“ begreift sich als offene Plattform für den Austausch von Vereinen untereinander wie auch als Möglichkeitsraum für die Entwicklung von bereichsübergreifender Verständigung und Zusammenarbeit. Zum Organisationsteam gehören der Essener Verbund der Immigrantenvereine e.V., die Integrationsagentur des Diakoniewerks Essen und die bezirkliche Stabstelle Integration beim Jugendamt Essen.
Interessierte erhalten weitere Infos und Einladungen unter christian.uhl(at)jugendamt.essen.de.
Der „Essener Verbund der Immigrantenvereine e.V.“ ist ein Dachverband aller gemeinnützigen Migrantenorganisationen in Essen. Seit der Gründung in 2000 ist er stetig gewachsen. Heute erreicht er eine Mitgliederzahl von über 70 Migrantenorganisationen aus über 20 Herkunftsländern. Von dieser Zusammenarbeit profitieren MitbürgerInnen ausländischer Herkunft in erster Linie, aber auch die Stadt und die gesamte Bevölkerung in Essen.